Meine Trainingsprinzipien

An dieser Stelle möchte ich kurz beschreiben, nach welchen Prinzipien ich Lauftraining gestalte. Diese kurze Beschreibung kann natürlich nicht alle wichtigen Details enthalten und lässt sicherlich manche Frage offen. Sie ermöglicht aber einen Einblick in die meiner Meinung nach wichtigsten Grundlagen. Die Reihenfolge der Punkte spielt eine Rolle ..

Verbesserung entsteht durch eine geeignete Kombination aus Belastung und Erholung

Eine Belastung selbst schwächt den Körper, folglich führen viele dicht aufeinander folgende Belastungen zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit. Erst während der Erholung stellt der Körper die alte Leistungsfähigkeit wieder her – er erholt sich sogar darüber hinaus (der Fachbegriff lautet Superkompensation). Das gilt für einzelne Einheiten ebenso wie für ganze Trainingsperioden. Aber nur wer sich belastet, kann sich auch erholen.
Es ergibt sich ein Zyklus: der Belastung folgt die Erholung, die zu einer Verbesserung führt. Verbesserung heißt unter anderem Verkürzung des Erholungsbedarfs und führt somit zu einer Verkürzung der Trainingspausen..

Allgemeine Fitness ist die beste Voraussetzung für erfolgreiches Laufen

Laufen alleine genügt nicht. Nur wenn das Zusammenspiel der Muskeln, Bänder und Knochen sauber und ökonomisch funktioniert, kann die optimale Leistung erzielt werden. Viel wichtiger ist aber noch, dass auch nur so Verletzungen oder gar langfristige Schäden vermieden werden können.
Also gehören gezielte Kräftigungs- und Dehnübungen in jedes Lauftrainingsprogramm. Auch die sogenannte Laufschule (auch Sprint-ABC oder Koordination genannt) und Koordinationsläufe (auch Steigerungen genannt) sollten nicht fehlen. Idealerweise wird das Laufen durch andere Sportarten wie Schwimmen ergänzt.

Der Dauerlauf ist die Basis

Die Grundlage für alle anderen Laufeinheiten stellt der Dauerlauf dar. Durch ihn werden die Voraussetzungen geschaffen, die für alle anderen Einheiten benötigt werden. Der Dauerlauf kann in vielen Varianten vom lockeren, regenerativen Jog, über den langen, ruhigen Dauerlauf bis hin zum Tempodauerlauf durchgeführt werden. Alleine durch die verschiedenen Dauerlaufformen kann ein ausgezeichnetes Leistungsniveau erreicht werden, weitere Trainingsformen optimieren dagegen nur noch.
Damit besteht der “normale” Plan hauptsächlich bis ausschließlich aus Dauerlaufvariationen.

Die eigenen Möglichkeiten sind der Maßstab

Nicht jeder heißt Haile Gebreselassie oder Paula Radcliffe. Zeiten von unter 27 Minuten bzw. unter 30 Minuten auf 10km sind für die allermeisten reine Utopie. Dementsprechend müssen eigene Ziele definiert werden. Denn wer hat mehr erreicht: derjenige, der bei einer Fähigkeit von 45min auf 10km 46min läuft oder das Talent, dass zwar 29min laufen könnte, aber eine Bestzeit von 34:00min aufweist.
Daher bestimmt nur das individuelle Leistungsvermögen die Trainingsinhalte.

Es gibt kein Schema

Ein Trainingsplan kann keine feste Vorgabe sein. Es gibt viele Gründe, warum man vom Trainingsplan abweichen muss. Eine Verletzung oder eine Krankheit sind wohl die einsichtigsten Gründe dafür, dass ein Tag nicht wie geplant ablaufen kann. Das eigene Gefühl muss mitbestimmen, was traininert wird. Der Trainingsplan kann nur eine Orientierung sein. Ein gutes Gefühl kann eine Intensivierung des Trainings bedeuten, ein schlechtes eine Reduzierung.
Zeit und Strecke sind daher nur Maßeinheiten, um das Training zu protokollieren, keine Zwangsvorgabe für den Inhalt.

Nichts ist unumstößlich

Van Aaken, Arthur Lydiard, Peter Coe. Namen von ausgesprochen erfolgreichen Trainern. Aber jeder von Ihnen hat seine Erfolge mit recht unterschiedlichen Konzepten erzielt. Denn jeder Mensch unterscheidet sich von allen anderen. Also wird auch bei jedem ein Trainingsprinzip anders wirken. Dehalb gibt es auch nicht den einen, richtigen Trainingsplan.
Letztendlich bringt nur die gute Zusammenarbeit zwischen Aktiven und Trainern den Erfolg.

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Datum: Donnerstag, 10. April 2008 21:45
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